Schwangerenvorsorgea) Aufbau der Schwangerschaftsvorsorge

Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung werden in den 40 Schwangerschaftswochen folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • bis zur 32. SSW Vorsorge alle 4 Wochen
  • ab der 32. SSW Vorsorge alle 2 Wochen

In den Vorsorgeuntersuchungen werden bestimmte Laborwerte wie Blutdruck, Urin und der Eisenwert bestimmt. Weiterhin erfolgen je nach Schwangerschaftswoche noch weitere Untersuchungen wie Scheideninfektausschluss, Abtasten des Muttermundes oder Durchführung eines CTGs (Aufzeichnung der Herztöne des Kindes und möglicher Wehentätigkeit).

Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien sind 3 Ultraschalluntersuchungen vorgesehen:

  • 1. Screening zwischen der 9. und 12. SSW
  • 2. Sceening mit Fehlbildungsausschluss zw. der 19. und 22. SSW
  • 3. Screening zw. der 29. und 32. SSW

Neben diesen Basisuntersuchungen haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit zur Erweiterung von sinnvollen und medizinisch empfehlenswerten Untersuchungen.

Dazu zählen z.B.:

  • zusätzliche Ultraschalluntersuchungen
  • Blutzuckerbelastungstest zum Ausschluss eines Schwangerschaftsdiabetes
  • Bestimmung besonderer Infektionswerte z.B. B-Streptokokken oder Zytomegalie
  • Pränataldiagnostik (siehe weiter unten)
  • 3D/4D Ultraschall
  • Doppler-Sonographie (Messung der Blutversorgung von Mutter und Kind)

b) Pränataldiagnostik

Pränataldiagnostik bezeichnet verschiedene Untersuchungsmethoden zur Aufdeckung von Fehlbildungen in verschiedenen Schwangerschaftswochen.
Dazu gehören z.B.

  • Nackentransparenzmessung
  • Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)
  • Chorionzottenbiopsie
  • Hormonbestimmungen
  • Organultraschall
  • NIPT (Nicht invasiver Pränataltest)

Wir bieten Ihnen in unserer Praxis die Durchführung der Nackentransparenzmessung und NIPT an.
Im nächsten Abschnitt möchten wir Ihnen ein paar nähere Informationen darüber geben.


c) Nackentransparenzmessung

Zwischen der 11+6 und 13+6 SSW kann die NT-Messung durchgeführt werden. Hiermit werden 75% aller Kinder mit einem Down-Syndrom erkannt. Die Nackentransparenz ist eine Wasser/Lymphansammlung im Nackenbereich, die bei jedem Kind in diesen Schwangerschaftswochen auftritt. Eine Verbreiterung dieses Bereiches kann ein Hinweis auf eine Chromosomenstörung, auf einen Herzfehler oder auf eine andere angeborene Erkrankung des Kindes sein.
Falls es Auffälligkeiten gibt, werden wir mit Ihnen alle weiteren Untersuchungen ausführlich besprechen.

Die NT-Messung wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Im Rahmen dieser Ultraschalluntersuchung kann auch Ihr Blut untersucht werden. Aus der Blutprobe werden zwei Marker für chromosomale Auffälligkeiten des Fetus bestimmt, die man als PAPP-A und freies ß-HCG bezeichnet.
Zusammen mit der Nackentransparenzmessung kann die Blutuntersuchung die Entdeckungsrate für das Down-Syndrom auf etwa 90% steigern.

d) 3D/4D Ultraschall

Mittels 3D/4D Ultraschall besteht die Möglichkeit, ein plastisches Bild Ihres Kindes darzustellen.
Der beste Zeitpunkt für diese Untersuchung ist zwischen der 25. und 30 SSW.
Alle Videosequenzen werden auf einer DVD festgehalten, die Sie mit nach Hause nehmen können.

e) NIPT

Der NIPT analysiert zellfreie DNS (cf DNA) im mütterlichen Blut und kann einen  guten Hinweis darauf geben, ob der Fetus ein hohes oder niedriges Risiko für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) oder Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) aufweist.

Testanbieter für einen NIPT sind z.B. die Firmen LifeCodexx (PraenaTest), Natera (Panorama) oder Ariosa (Harmony).

Der NIPT erkennt 99%, aber nicht alle der Feten mit Trisomie 21, Trisomie 18 oder Trisomie 13.